AS – Managementsystem

Branchenqualitätssystem (BQM)
Risikomanagement und Effizienzsteigerung müssen sich nicht zwingendermassen ausschliessen
Um in der heutigen Unternehmenswelt zu bestehen, sind Risikobetrachtungen bzw. das Erstellen von Stärken-/Schwächenprofilen hinsichtlich Anlagen-, Betriebs- und Arbeitssicherheit unumgänglich. Werden die verschiedenen bestehenden Risikomanagement-Systeme in ein Führungs- und Managementsystem (FMS) eingebunden, lässt sich ein Unternehmen systematisch auf Schwachstellen durchleuchten, wobei sowohl die Sicherheit selber als auch die Kosten gewichtet werden.
Energieversorgungsunternehmen (EVUs) wurden in den vergangenen Jahren zunehmend mit neuen normativen Vorgaben und Standards vor allem in den Bereichen Arbeits- und Anlagensicherheit sowie Qualität konfrontiert. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, denn für die Kunden wird die Orientierung an solchen Standards immer wichtiger. Ein wesentliches Element dieser Vorgaben und Standards ist das Erkennen und Managen von Risiken unterschiedlichster Art. Die Einführung der entsprechenden Prozesse kann einerseits zusätzliche Kosten verursachen und andererseits Einfluss auf die Arbeitsabläufe haben.
Durch den zunehmenden Wettbewerb sind die EVUs gezwungen, die Effizienz der Leistungserbringung permanent zu steigern. Statt der oftmals noch vorherrschende Denkweise «Preis = Kosten + Marge» müssen sich die Betreiber von EVUs nun zunehmend am Zusammenhang «Gewinn = Preis – Kosten» orientieren. Damit gewinnt die Frage der Effizienz wesentlich an Bedeutung.
Nachfolgend wird dargelegt, wie die unterschiedlichen und teilweise auch konträren Anforderungen an das Risikomanagement und an die Effizienzsteigerung gleichzeitig erfüllt werden können. Dazu werden die Risiken in Bezug auf Anlagen-, Arbeits- und Betriebssicherheit aufgezeigt. Die Effizienzsteigerung des EVUs wird dabei klar in den Vordergrund gestellt.
 
Arbeitssicherheit auditieren
Audit / Überprüfung
Als Audit / Überprüfung werden allgemein Untersuchungsverfahren bezeichnet, die dazu dienen, Prozesse hinsichtlich der Erfüllung von Anforderungen und Richtlinien zu bewerten. Je nach Bereich wird bei einem Audit der Ist-Zustand analysiert oder aber ein Vergleich der ursprünglichen Zielsetzung mit den tatsächlich erreichten Zielen ermittelt. Die Überprüfung dient auch dazu, allgemeine Probleme oder einen Verbesserungsbedarf beizukommen, damit die Schwächen beseitigt werden können. Nachdem mögliche Verbesserungen eingeleitet wurden, müssen diese Schwachstellen nachgewiesen werden. Diese Darlegung erreicht man anhand der Überprüfung von Dokumenten, Bildern und Interviews.
Der Auditablauf folgt immer dem gleichen Grundschema:

  • Vorbereitung
  • Durchführung
  • Abschluss mit Bericht
  • Festlegung von Maßnahmen und deren Verfolgung bis zum Wirksamkeitsnachweis.

Externe oder interne Auditoren / Überprüfer
Externe haben den Vorteil, dass diese die informellen Hierarchien der Firmen nicht kennen und auf diese Weise einen geschärften Blick haben. Der wesentliche Nachteil des externen Auditors ist, dass dieser die Abläufe und Prozesse nur gemäss den Unterlagen kennt. In der Praxis erweist sich dies nicht als Nachteil, denn mit gutem, praktischem Fachwissen wird dieser Aspekte kompensiert werden.
Der interne Auditor unterliegt den Hierarchien, was sich nachteilig auf die Fragestellung, Problemanalyse und deren Umsetzung wesentlich auswirkt. Dies ist nur mit grossem Vertrauen auf beiden Seiten (Auditor und Überprüfter) auszumerzen. Dieser Umstand spricht also eher für ein Audit / Überprüfung durch externe Fachstellen spricht.